Jäger, Andreas


^Orgelbauerlexikon

 

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Andreas Jäger Geb. 4. November 1704 in Roßhaupten bei Füssen, gest. 24. April 1773 in Füssen. Seit 1733 als Orgelmacher in Füssen nachweisbar. Sein Lehrer war möglicherweise Georg Ehinger in Aitrang.
Die hohe Qualität seiner Arbeiten sicherte Jäger ein verhältnismäßig großes Arbeitsgebiet, vor allem im Tiroler Raum bis nach Bozen. Seine Dispositionen sind durch das Streben nach Glanz und Farbigkeit gekennzeichnet: Sie weisen einen reich besetzten Principalchor (im Diskant gelegentlich auch mit Terzelementen) auf, daneben Gedackte (einschl. Quintadena), Flöten (die hölzerne 4'-Flöte ist in der Regel gedeckt) und enge Streicher. Bei größeren Instrumenten finden sich auch Zungenstimmen wie Fagott und Posaune (als Manual- und Pedalregister). Jägers Orgel für St. Mang in Füssen ist in ähnlicher Weise wie die Gabler-Orgel von Weingarten um die Fensteröffnungen der Emporenrückwand herum komponiert. Bei den Pedal-Windladen der Orgel von Benediktbeuern verwendete er eine Konstruktion mit Registerkanzellen (nach Art der Hängeventillade), möglicherweise angeregt durch die Orgel von Joh. Andreas Stein in der Barfüßerkirche zu Augsburg (1755-57), deren Pedal-Windladen ebenfalls Registerkanzellen enthielten.


Werke (Auswahl):
Füssen (Schwaben), St. Sebastian, Positiv, 1734 (4 Reg.; seit 1772 in der Spitalkirche Hl. Geist) · Füssen, Franziskanerkirche, 1735 · Kappl, 1737 · Fließ, 1739 (I/15) · Latsch, Spitalkirche, 1741 (I/6) · Algund, Pfk., 1747/48 (I/11) · Füssen, Benediktinerabtei-Kirche St. Mang, Chororgel, um 1745/50 (I/10) · Füssen, Benediktinerabtei-Kirche St. Mang, Hauptorgel 1753-54 (II/31) · Schwaz, Franziskanerkirche, 1756 (Umbau) · Stams, Zisterzienserabtei, Chororgel, 1757 (I/12) · Stams, Pfk., um 1757 (I/10) · Ischgl, 1758-59 · Innsbruck, Servitenkirche, 1760 (II/16) · Hall i. T., Franziskanerkirche, 1762 (II/20) · Fiecht, Benediktinerabtei-Kirche, 1762 (II/22) · Innsbruck, Spitalkirche, 1764 · Bozen, Pfk., 1764-66 (II/36) · Bozen, Spitalkirche, 1768 · Reutte, Franziskanerkirche, 1769 (Umbau und Erweiterung) · Benediktbeuern (Oberbayern), Klosterkirche, 1771 (II/33; mit Teilen der Vorgängerorgel von Christoph Egedacher, 1686) · Füssen, St. Sebastian, 1772 (I/8) · Füssen, U. L. Frau am Berg, 1773-74 (I/8; wahrscheinlich von Anton Weyrather fertiggestellt) · unbekannter Ort, undatiert (seit ca. 1838 in Bschlabs). - Positive (heutige Standorte): Leins im Pitztal, 1734 (4 Reg.; seit 1901 in Leins) · Bernbeuren (Oberbayern), St. Georg auf dem Auerberg, undat. (4 Reg.) · Elbigenalp, Pfk., Tragpositiv, undat. (3 Reg.; 4'-Basis).

Literatur:
Jürgen Eppelsheim, Ein früher Beleg der Registerkanzellenlade. In: A. Reichling (Hrsg.), Mundus Organorum, Berlin 1978, S. 93-111.
Erich Tremmel, Der Orgelbauer Andreas Jäger und sein Hauptwerk, die große Orgel von St. Mang in Füssen. In: Alt Füssen, 1988, S. 49-57.
Matthias Thalmair, Die Meister des Füssener Orgelbaus. In: Alt Füssen, 1990, S. 177-190; hier: S. 178 f.
Alfred Reichling, Andreas Jäger und die Chororgel von St. Mang. In: Die Chororgel von St. Mang in Füssen, Füssen 1996, S. 7-9.
Ders., Art. Jäger, Andreas. In: MGG2P, Bd. 9, Kassel/Stuttgart 2003, Sp. 847 f.
Alfred Reichling, Andreas Jäger (1704-1773) und seine Orgelbauten für Füssen. In: Stephan Hörner / Friedrich Wilhelm Riedel (Hrsg.), Abt Gallus Zeiler OSB (1705-1755) und die Musikpflege im Kloster St. Mang in Füssen, Tutzing 2007, S. 131-143.
Alfred Reichling / Matthias Reichling, Der Orgelbauer Andreas Jäger. In: Kurt Estermann (Hrsg.), Die Orgeln der Zisterzienserabtei Stift Stams, Innsbruck 2016, Teil 1, S. 122-130.

Foto: Petschaft von Andreas Jäger.